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Kennt die Landesregierung das gelbe runde Ding am Himmel?

Zur Antwort der Landesregierung auf ihre Kleine Anfrage „Ausbau von Solarthermie und Photovoltaik in M-V“ (Drs. 7/2460) erklärt die energiepolitische Sprecherin der Linksfraktion, Dr. Mignon Schwenke:

„Die Zahlen und die Antwort der Landesregierung zeigen, dass M-V im Ländervergleich nur noch auf den hinteren Rängen zu finden ist und die Landesregierung keinerlei Absichten hat, daran etwas zu ändern. Das ist alarmierend. Bei der Einspeisung von Strom aus Photovoltaik liegt M-V auf Rang 11 hinter den Stadtstaaten, Saarland und Thüringen.

Bei der Wärmeerzeugung aus Sonnenenergie sieht es noch düsterer aus. Hier landet M-V direkt hinter den Stadtstaaten und mit weitem Abstand auf Rang 13. Selbst das Saarland erzeugt mit 100 Millionen Kilowattstunden im Jahr 35 Millionen mehr als M-V. Länder wie Baden-Württemberg oder Bayern erzeugen etwa das 25- bis 40-fache. Diese verheerende Bilanz juckt die Landesregierung offenbar überhaupt nicht. Im Gegenteil, sie beweihräuchert sich noch damit, dass die Solarstromproduktion beinahe den selbst gesteckten Zielen 2025 entspricht. Verehrte Landesregierung, wenn M-V im Tabellenkeller beim Ausbau ist, vielleicht stimmt dann etwas mit den selbstgesteckten Zielen nicht?

Auch die Aufträge aus dem Koalitionsvertrag lassen die Landesregierung kalt. Beim Leitfaden Solarenergie sei noch nicht absehbar, wann die Arbeiten abgeschlossen sind. Beim Aufbau eines landesweiten Solarkatasters wird noch kräftig geprüft. Auch der versprochene Masterplan zum Ausbau der Solarenergie auf landeseigenen Gebäuden liegt nicht vor, obwohl auch hier der Ist-Zustand katastrophal ist. Lediglich auf 27 Gebäuden, also 2,7 Prozent der Gebäude in Landesbesitz, befindet sich eine Photovoltaikanlage.

Bei so viel Inaktivität in Sachen Solarenergie stellt sich ernsthaft die Frage,  ob die Landesregierung überhaupt weiß, was das gelbe runde Ding am Himmel ist und dass diese sogenannte Sonne auch zur Energiegewinnung genutzt werden kann.“