12. Juni 2017

Trinkwasser muss bezahlbar bleiben!

Zur Mitteilung des Bundesumweltamtes vom Wochenende, wonach künftig mit steigenden Trinkwasserpreisen zu rechnen sei, erklären die umweltpolitische Sprecherin, Dr. Mignon Schwenke, und der landwirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion, Dr. Wolfgang Weiß:

Weiß: „Die Studie belegt eindeutig, dass wir in Deutschland und auch in M-M mit der Art der Landwirtschaft, wie sie vorwiegend betrieben wird, Probleme haben. Die neue Düngeverordnung kann nur ein erster Schritt hin zu einer Landwirtschaft sein, die den Schutz der Ressourcen Wasser und Boden verbessert. Es muss gelingen, die Belastungen mit Gülle und Mist gerade an den Standorten mit Intensivtierhaltung deutlich zu reduzieren.“

Schwenke: „Auch wenn die Düngeverordnung die Ausbringungsmenge für Gülle und Mist reduziert, ist sie nicht konsequent genug, um die Nitratbelastung des Grundwassers langfristig zu reduzieren. Wir müssen dahin kommen, dass künftig das Grundwasser an den belasteten Standorten keine Grenzwertüberschreitung mehr aufweist. Gerade für die Menschen im ländlichen Raum ist es nicht hinnehmbar, dass sie bereits heute mehr für sauberes Trinkwasser bezahlen müssen, weil die Reinigung des Grundwassers deutlich aufwändiger ist als in Gebieten ohne intensive Landwirtschaft. Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel und muss für alle bezahlbar bleiben.“

Die Linksfraktion unterstützt die von der Landesregierung angestrebte Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft auf 20 Prozent. Es darf aber nicht bei Ankündigungen bleiben, rasches und konsequentes Handeln ist gefragt. „Ein Weiter so in der Agrarpolitik des ‚Wachse oder weiche‘ schadet dem Schutz der Trinkwasserressourcen“, betonte Weiß. „Immer größer, immer mehr, immer billiger schafft immer mehr Probleme und darf nicht länger das Prinzip des Wirtschaftens sein.“